Wenn von „Staatseinnahmen" die Rede ist, denken die meisten sofort an Steuern. Zu Recht – sie sind mit rund 900 Milliarden Euro pro Jahr die mit Abstand größte Einnahmequelle. Aber der öffentliche Gesamthaushalt hat deutlich mehr Standbeine als nur das Steueraufkommen. In der Summe bewegt der deutsche Staat jährlich über 1,9 Billionen Euro – und davon stammt nur knapp die Hälfte aus Steuern.
Die Gesamtübersicht: Woher kommt was?
| Einnahmequelle | Volumen (ca.) | Anteil |
|---|---|---|
| Steuern (Bund + Länder + Gemeinden) | 935 Mrd. € | ~48 % |
| Sozialversicherungsbeiträge | 700 Mrd. € | ~36 % |
| Gebühren, Beiträge, Verwaltungseinnahmen | 85 Mrd. € | ~4 % |
| Erwerbseinkünfte und Beteiligungen | 25 Mrd. € | ~1 % |
| Kreditaufnahme (Nettoneuverschuldung) | 50–85 Mrd. € | ~3 % |
| EU-Mittel und Zuweisungen | 15 Mrd. € | ~1 % |
| Sonstiges (Bußgelder, Vermögenserlöse, Maut u. a.) | 70 Mrd. € | ~4 % |
Werte gerundet, Bezugsjahr 2025. Quellen: Statistisches Bundesamt (71511), BMF-Monatsbericht, Deutsche Bundesbank, Sozialversicherungsberichte der Bundesregierung.
Im Folgenden gehen wir jede Einnahmequelle einzeln durch – mit konkreten Zahlen, Empfängern und dem, was oft übersehen wird.
1. Steuern: das Fundament
Steuern sind Abgaben ohne direkte Gegenleistung – man bekommt kein bestimmtes Gut oder keine bestimmte Dienstleistung dafür. Der Staat darf mit Steuereinnahmen frei wirtschaften (Haushaltsgrundsatz der Gesamtdeckung).
Die größten Steuerarten 2025
| Steuerart | Aufkommen | Empfänger |
|---|---|---|
| Umsatzsteuer | ~314 Mrd. € | Bund + Länder + Gemeinden + EU |
| Einkommensteuer (inkl. Lohnsteuer) | ~310 Mrd. € | Bund + Länder + Gemeinden |
| Gewerbesteuer | ~74 Mrd. € | Gemeinden (nach Umlage) |
| Körperschaftsteuer | ~50 Mrd. € | Bund + Länder |
| Energiesteuer | ~33 Mrd. € | Bund |
| Tabaksteuer | ~14 Mrd. € | Bund |
| Grunderwerbsteuer | ~12 Mrd. € | Länder |
| Grundsteuer | ~16 Mrd. € | Gemeinden |
| Solidaritätszuschlag | ~12 Mrd. € | Bund |
| Alle übrigen | ~100 Mrd. € | verschieden |
Steuern sind nicht zweckgebunden
Das ist einer der am häufigsten missverstandenen Punkte: Die Kfz-Steuer fließt nicht in den Straßenbau, die Tabaksteuer nicht ins Gesundheitswesen und die Biersteuer nicht in die Suchtprävention. Steuern gehen in den allgemeinen Haushalt und werden von dort nach politischen Prioritäten verteilt. Die einzige nennenswerte Ausnahme ist ein Teil der Energiesteuer, der über den Klima- und Transformationsfonds zweckgebunden ist.
Eine vollständige Aufschlüsselung aller Steuerarten findest du auf unserer Steuern A–Z-Seite. Wie der Bund seine Einnahmen einsetzt, zeigt unser Bundeshaushalt-Dashboard.
2. Sozialversicherungsbeiträge: größer als man denkt
Die Sozialversicherung ist kein Steuer-, sondern ein Beitragsmodell – aber in der Gesamtrechnung ist sie mit rund 700 Milliarden Euro jährlich die zweitgrößte Einnahmequelle des öffentlichen Sektors. Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen (mit Ausnahmen).
Die fünf Säulen und ihre Beitragssätze 2026
| Versicherung | Beitragssatz | Arbeitnehmeranteil | Einnahmen (ca.) |
|---|---|---|---|
| Rentenversicherung | 18,6 % | 9,3 % | ~375 Mrd. € |
| Krankenversicherung (GKV) | 14,6 % + Zusatzbeitrag (~1,7 %) | 8,15 % + halber Zusatzbeitrag | ~295 Mrd. € |
| Pflegeversicherung | 3,4 % (kinderlos: 4,0 %) | 1,7 % (kinderlos: 2,3 %) | ~60 Mrd. € |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6 % | 1,3 % | ~45 Mrd. € |
| Unfallversicherung | variabel (branchenabhängig) | 0 % (nur Arbeitgeber) | ~17 Mrd. € |
Beitragsbemessungsgrenzen 2026: Die Beiträge werden nur bis zu einer Einkommensgrenze erhoben – darüber hinaus steigt der Beitrag nicht weiter. In der Rentenversicherung liegt diese Grenze 2026 bei 8.050 € brutto/Monat (West, seit 2025 bundesweit einheitlich), in der Krankenversicherung bei 5.512,50 €/Monat.
Die Sozialversicherungsbeiträge werden nicht im Bundeshaushalt verbucht – sie fließen direkt an die Sozialversicherungsträger (Deutsche Rentenversicherung, Krankenkassen, Bundesagentur für Arbeit etc.). Der Bund schießt allerdings erhebliche Steuerzuschüsse zu: Allein die Rentenversicherung erhält 2026 rund 119 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt – das ist der größte Einzelposten im gesamten Bundsetat.
Warum Sozialversicherungsbeiträge keine Steuern sind
Der entscheidende Unterschied: Sozialversicherungsbeiträge begründen einen individuellen Leistungsanspruch. Wer Rentenversicherungsbeiträge zahlt, erwirbt Rentenansprüche. Wer Krankenversicherungsbeiträge zahlt, hat Anspruch auf Behandlung. Bei Steuern gibt es diese direkte Verknüpfung nicht.
In der öffentlichen Debatte werden Steuern und Sozialabgaben trotzdem oft zusammengerechnet – als „Abgabenquote". Diese liegt in Deutschland bei rund 40 % des BIP und damit im oberen Drittel der OECD-Länder. Die reine Steuerquote (ohne Sozialversicherung) ist mit ca. 24 % dagegen eher durchschnittlich.
3. Gebühren und Beiträge: die unterschätzte Einnahmequelle
Anders als Steuern sind Gebühren immer an eine konkrete Gegenleistung geknüpft:
| Gebührenart | Beispiele | Empfänger | Geschätztes Volumen |
|---|---|---|---|
| Verwaltungsgebühren | Personalausweis (37 €), Reisepass (70 €), Baugenehmigung, Kfz-Zulassung | Gemeinden, Länder | ~15 Mrd. € |
| Benutzungsgebühren | Müllabfuhr, Abwasser, Straßenreinigung, Kita-Gebühren | Gemeinden | ~35 Mrd. € |
| Justizgebühren | Gerichtskosten, Grundbuchgebühren, Notargebühren | Länder | ~8 Mrd. € |
| Prüfungsgebühren | TÜV/Dekra (hoheitlich), IHK-Prüfungen | verschieden | ~3 Mrd. € |
Beiträge (im Unterschied zu Gebühren) werden für die bloße Möglichkeit einer Leistung erhoben – auch wenn man sie nicht nutzt. Klassisches Beispiel: Erschließungsbeiträge (die Straße vor dem Grundstück wird gebaut, ob man es will oder nicht) und IHK-Pflichtbeiträge für Gewerbetreibende.
Der Rundfunkbeitrag: ein Sonderfall
Der Rundfunkbeitrag (18,36 €/Monat pro Wohnung, seit 2025 voraussichtlich 18,94 €) bringt rund 9 Milliarden Euro pro Jahr ein. Er ist weder Steuer noch Gebühr im klassischen Sinne, sondern ein „Beitrag sui generis" (BVerfG). Die Einnahmen fließen nicht an den Staat, sondern direkt an ARD, ZDF und Deutschlandradio – sie tauchen deshalb in keinem öffentlichen Haushalt auf, belasten aber trotzdem jeden Haushalt.
4. Erwerbseinkünfte: Der Staat als Unternehmer
Der Bund und die Länder halten Beteiligungen an zahlreichen Unternehmen. Die wichtigsten Einnahmequellen daraus:
Bundesbankgewinn
Die Deutsche Bundesbank führt ihren Jahresgewinn an den Bund ab. In guten Jahren kann das erheblich sein:
| Jahr | Bundesbank-Abführung |
|---|---|
| 2019 | 5,9 Mrd. € |
| 2020 | 3,4 Mrd. € |
| 2021 | 6,3 Mrd. € |
| 2022 | 0 € (Verlust wegen Zinsänderung) |
| 2023 | 0 € (Verlust: −21,6 Mrd. €) |
| 2024 | 0 € (Verlust: −19,2 Mrd. €) |
| 2025 | 0 € (Rücklagenaufbau) |
Die Bundesbank hat seit 2022 massive Bewertungsverluste durch die Zinserhöhungen der EZB erlitten – die während der Niedrigzinsphase aufgekauften Anleihen verloren bei steigenden Zinsen an Wert. Diese Verluste müssen erst aufgefangen werden, bevor wieder Gewinne an den Bund fließen. Das dürfte noch bis mindestens 2027–2028 dauern.
Beteiligungen des Bundes
Der Bund hält Anteile an über 100 Unternehmen, darunter:
| Unternehmen | Bundesanteil | Dividende/Erlös |
|---|---|---|
| Deutsche Telekom | ~30 % | ~800 Mio. €/Jahr |
| Deutsche Post/DHL | ~16 % (über KfW) | ~400 Mio. €/Jahr |
| Deutsche Bahn | 100 % | 0 € (reinvestiert) |
| KfW | 80 % | ~1,3 Mrd. €/Jahr |
| Commerzbank | ~12 % (nach Teilverkauf) | gering |
Insgesamt bringen Beteiligungserlöse und Dividenden dem Bund jährlich rund 3–5 Milliarden Euro ein.
Länderbeteiligungen
Auch die Länder halten Beteiligungen – Landesbanken, Flughäfen, Messegesellschaften, Wohnungsbaugesellschaften. Bayern etwa hält Anteile an der Bayerischen Landesbank und der Flughafen München GmbH, Niedersachsen ist Großaktionär bei Volkswagen (20 %). Die Erträge schwanken stark und liegen insgesamt bei geschätzt 5–8 Milliarden Euro pro Jahr.
5. Kreditaufnahme: die Schuldenbremse als Grenze
Der Bund und die Länder dürfen sich grundsätzlich verschulden – allerdings seit 2011 (Bund) bzw. 2020 (Länder) nur noch innerhalb der Schuldenbremse (Art. 109 Abs. 3 GG):
- Bund: strukturelle Neuverschuldung maximal 0,35 % des BIP (~15 Mrd. €)
- Länder: strukturelle Neuverschuldung grundsätzlich 0 % (ausgeglichener Haushalt)
In der Praxis wurde die Schuldenbremse in den Krisenjahren 2020–2023 ausgesetzt (Pandemie, Energiekrise). Die tatsächliche Nettokreditaufnahme des Bundes betrug:
| Jahr | Nettokreditaufnahme Bund |
|---|---|
| 2019 | 0 € („Schwarze Null") |
| 2020 | 130 Mrd. € (Pandemie) |
| 2021 | 215 Mrd. € (Pandemie) |
| 2022 | 115 Mrd. € (Sondervermögen) |
| 2023 | 27 Mrd. € |
| 2024 | 39 Mrd. € |
| 2025 | ~50 Mrd. € (Infrastrukturfonds) |
Seit 2025 ermöglicht die Reform der Schuldenbremse (Grundgesetzänderung März 2025) zusätzliche Kreditspielräume für Infrastruktur und Verteidigung über ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro – verteilt auf 12 Jahre. Das verändert die Einnahmeseite des Bundes erheblich.
Wie sich die Gesamtschulden dadurch entwickeln, zeigt unsere Staatsverschuldungs-Übersicht.
Kreditaufnahme ist streng genommen keine „Einnahme" im eigentlichen Sinne – sie muss irgendwann zurückgezahlt werden, samt Zinsen. Trotzdem taucht sie in der Haushaltsrechnung auf der Einnahmenseite auf, weil sie Ausgaben finanziert, die sonst nicht möglich wären.
6. EU-Mittel und Zuweisungen
Deutschland ist Nettozahler in der EU – zahlt also mehr ein als zurückfließt. Trotzdem fließen erhebliche Mittel zurück:
| EU-Fonds | Rückflüsse nach Deutschland (ca.) |
|---|---|
| Europäischer Sozialfonds (ESF+) | ~2,5 Mrd. €/Jahr |
| Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) | ~2 Mrd. €/Jahr |
| Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) | ~6 Mrd. €/Jahr |
| Horizon Europe (Forschung) | ~2 Mrd. €/Jahr |
| NextGenerationEU (Corona-Aufbau) | ~2 Mrd. €/Jahr (bis 2026) |
| Sonstige | ~1 Mrd. €/Jahr |
Empfänger sind je nach Programm der Bund, die Länder, Kommunen, Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Die Mittel sind zweckgebunden – sie dürfen nur für den jeweiligen Förderzweck verwendet werden.
Der deutsche EU-Beitrag
Dem stehen Einzahlungen von rund 33 Milliarden Euro (2025) gegenüber – Deutschland ist damit der größte absolute Beitragszahler der EU. Der Nettobeitrag (nach Rückflüssen) liegt bei rund 17–19 Milliarden Euro pro Jahr.
7. Maut und Nutzungsentgelte
| Einnahme | Volumen (ca.) | Empfänger |
|---|---|---|
| Lkw-Maut (Toll Collect) | ~10 Mrd. €/Jahr | Bund |
| Parkgebühren | ~1,5 Mrd. €/Jahr | Gemeinden |
| Wasserstraßen- und Hafengebühren | ~0,5 Mrd. €/Jahr | Bund, Länder |
Die Lkw-Maut ist seit der CO₂-Komponente (Dezember 2023) deutlich gestiegen und hat sich von rund 7,4 Mrd. € (2022) auf über 10 Mrd. € erhöht. Die Einnahmen sind formal zweckgebunden für Verkehrsinfrastruktur, fließen aber in den allgemeinen Haushalt und werden dort der Infrastrukturfinanzierung zugeordnet.
Eine Pkw-Maut gibt es in Deutschland nach dem gescheiterten Versuch 2019 (EuGH-Urteil) nicht.
8. Bußgelder, Strafen und Vermögenserlöse
Kleinere, aber nicht unerhebliche Posten:
| Einnahme | Volumen (ca.) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Bußgelder (Ordnungswidrigkeiten) | ~4 Mrd. €/Jahr | Verkehrs-, Umwelt-, Kartellbußgelder; Empfänger je nach Zuständigkeit |
| Geldstrafen und -auflagen (Strafrecht) | ~1 Mrd. €/Jahr | Fließen an die Staatskasse des jeweiligen Bundeslandes |
| Kartellbußgelder (Bundeskartellamt) | 0,2–2 Mrd. €/Jahr | Stark schwankend; Einzelfälle wie das Lkw-Kartell (2016: 3,8 Mrd. €) |
| Vermögenserlöse (Privatisierungen) | variabel | Seit den großen Privatisierungswellen (Telekom, Post, Bahn) selten |
| Erbschaften des Staates | ~0,2 Mrd. €/Jahr | Erbt der Fiskus, wenn kein anderer Erbe vorhanden ist |
| Emissionshandel (EU-ETS + nEHS) | ~18 Mrd. €/Jahr | Bund; fließt in Klima- und Transformationsfonds |
Emissionshandel: der stille Riese
Die CO₂-Bepreisung über den nationalen Emissionshandel (nEHS, seit 2021) und den europäischen Emissionshandel (EU-ETS) hat sich zu einer der größten Einnahmequellen außerhalb der Steuern entwickelt. Der CO₂-Preis für Heizen und Verkehr liegt 2026 bei 55 €/Tonne (nEHS). Die Erlöse sind offiziell zweckgebunden für Klimaschutzmaßnahmen – fließen aber in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), aus dem auch Subventionen wie die Strompreiskompensation finanziert werden.
Ist der CO₂-Preis eine Steuer?
Formal nein: Der nEHS ist ein Zertifikatehandel, keine Steuer. Praktisch wirkt er aber ähnlich – er verteuert fossile Brennstoffe und die Einnahmen fließen an den Staat. Juristisch war die Abgrenzung wichtig, weil eine „CO₂-Steuer" den Ländern einen Anteil über den Finanzausgleich zugestanden hätte – beim Zertifikatehandel behält der Bund alles.
9. Sondervermögen: Geld außerhalb des Haushalts
Neben dem regulären Haushalt existieren Sondervermögen – rechtlich selbstständige Töpfe mit eigenen Einnahmen und Ausgaben:
| Sondervermögen | Volumen | Finanzierung |
|---|---|---|
| Sondervermögen Bundeswehr (2022) | 100 Mrd. € (einmalig) | Kreditaufnahme |
| Infrastrukturfonds (2025) | 500 Mrd. € (auf 12 Jahre) | Kreditaufnahme |
| Klima- und Transformationsfonds (KTF) | ~40 Mrd. €/Jahr | Emissionshandelserlöse + Haushaltszuschüsse |
Sondervermögen sind politisch umstritten, weil sie Ausgaben aus dem regulären Haushalt auslagern und damit die Schuldenbremse formal umgehen – obwohl das BVerfG 2023 klargestellt hat, dass die Zweckbindung und zeitliche Zuordnung eingehalten werden muss (Urteil zum Klima- und Transformationsfonds).
Wie sich die Einnahmequellen über die Zeit verändert haben
Die Zusammensetzung der Staatseinnahmen hat sich in den letzten Jahrzehnten verschoben:
- Sozialversicherungsbeiträge sind anteilig gewachsen – getrieben durch steigende Gesundheitskosten und die Alterung der Gesellschaft
- Steuern sind nominal gestiegen, aber anteilig relativ stabil geblieben
- Kreditaufnahme war in den 2010er-Jahren nahe null („Schwarze Null"), ist seit 2020 wieder deutlich gestiegen
- Privatisierungserlöse spielen kaum noch eine Rolle – die großen Verkäufe (Telekom 1996, Post 2000) sind Geschichte
- Emissionshandel ist die bedeutendste neue Einnahmequelle seit der Einführung des nEHS 2021
Bund vs. Länder vs. Gemeinden: Wer bekommt was?
Nicht alle Einnahmen verbleiben bei der Ebene, die sie erhebt. Das System des Finanzausgleichs verteilt Steuereinnahmen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden um:
- Gemeinschaftsteuern (Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer) werden nach festen Schlüsseln aufgeteilt
- Der Länderfinanzausgleich (seit 2020: Finanzkraftausgleich über Umsatzsteuer-Verteilung) gleicht Unterschiede zwischen den Bundesländern aus
- Bundesergänzungszuweisungen fließen an finanzschwache Länder
Eine Übersicht der Steuereinnahmen nach Bundesländern zeigt die regionalen Unterschiede.
Kurz zusammengefasst
- Steuern machen mit ~935 Mrd. € nur rund 48 % der gesamten öffentlichen Einnahmen aus
- Sozialversicherungsbeiträge sind mit ~700 Mrd. € die zweitgrößte Einnahmequelle – und werden oft vergessen
- Gebühren und Beiträge (85 Mrd. €) sind an konkrete Gegenleistungen geknüpft – Steuern nicht
- Die Bundesbank schüttet seit 2022 keinen Gewinn mehr aus (Zinswende-Verluste)
- Der Emissionshandel hat sich mit ~18 Mrd. €/Jahr zur wichtigsten neuen Einnahmequelle entwickelt
- Die Kreditaufnahme ist seit der Schuldenbremsen-Reform 2025 wieder deutlich ausgeweitet
- Sondervermögen lagern hunderte Milliarden außerhalb des regulären Haushalts aus