Die Rennwett- und Lotteriesteuer in Deutschland
Die Rennwett- und Lotteriesteuer (kurz: RennwLottG) ist eine Verkehrsteuer auf Glücksspiele — konkret auf Lotterien, Sportwetten und Pferderennwetten. Sie fließt vollständig an die Bundesländer. Das Aufkommen 2025: rund 2.452,8 Mio. €.
Was wird besteuert und zu welchem Satz?
| Glücksspielart | Steuersatz | Bemessungsgrundlage |
|---|---|---|
| Klassische Lotterien (Lotto 6/49) | 16,67 % | Preis des Loses (= Spieleinsatz) |
| Lotterien (Sofortlotterien, Rubbellose) | 16,67 % | Spieleinsatz |
| Sportwetten (online & terrestrisch) | 5 % | Spieleinsatz |
| Pferderennwetten (Totalisator) | 5 % | Wetteinsatz |
| Pferderennwetten (Buchmacher) | 5 % | Wetteinsatz |
Rechenbeispiel Lotto
Wer für 10 € Lottotipps abgibt, zahlt implizit 1,67 € Lotteriesteuer (16,67 % × 10 €). Die Steuer ist im Spieleinsatz enthalten — der Spieler sieht sie nicht separat.
Rechenbeispiel Sportwette
Bei 100 € Sportwetteneinsatz kassiert der Staat 5 € Sportwettensteuer. Viele Anbieter wälzen diese auf den Kunden um — entweder als sichtbaren Aufschlag oder durch schlechtere Quoten.
Online-Glücksspiel und Glücksspielstaatsvertrag
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ist Online-Glücksspiel (außer Sportwetten und Poker) in Deutschland erstmals reguliert erlaubt — zuvor war es in einer rechtlichen Grauzone. Die Rennwett- und Lotteriesteuer gilt seither auch für Online-Anbieter, die in Deutschland tätig sind.
Das hat das Steueraufkommen in den letzten Jahren deutlich steigen lassen, da zuvor viele Umsätze über ausländische (oft Malta-ansässige) Plattformen liefen und der deutschen Steuer entkamen.
Wohin fließt das Geld?
Das Aufkommen geht an das Bundesland, in dem der Spieler seinen Wohnsitz hat (bei Sportwetten: in dem die Wette abgeschlossen wurde). Da die Verwaltung Ländersache ist, existieren leicht unterschiedliche Regelungen.
Geschichte
Das Rennwett- und Lotteriegesetz stammt aus dem Jahr 1922 — eine der ältesten noch gültigen deutschen Steuerregelungen. Seither wurde es mehrfach angepasst, aber nie grundlegend reformiert. Die größte Änderung war die Einführung der Sportwettensteuer 2012 und die Anpassung an den digitalen Glücksspielmarkt ab 2021.