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Feuerschutzsteuer: Abgabe auf Feuerversicherungen

Stand: 23. August 2026
773,1 Mio. €
Steueraufkommen 2025
0,08 %
der Gesamtsteuereinnahmen
Länder
Ertragshoheit
Länder: 773,1 Mio. €

Die Feuerschutzsteuer in Deutschland

Die Feuerschutzsteuer ist eine Steuer auf Beiträge zu Feuerversicherungen — also auf Prämien für Hausrat-, Gebäude- und Betriebsversicherungen, soweit sie Feuerschutz beinhalten. Sie fließt vollständig an die Bundesländer und ist historisch eng mit der Finanzierung des Brandschutzes verknüpft. Das Aufkommen 2025: rund 773,1 Mio. €.

Wie hoch ist die Feuerschutzsteuer?

Der Steuersatz beträgt einheitlich 11 % auf den steuerpflichtigen Versicherungsbeitrag. Die Steuer wird von der Versicherungsgesellschaft einbehalten und ans Finanzamt abgeführt — der Versicherungsnehmer sieht sie als Teil seines Gesamtbeitrags.

Beispiel: Wohngebäudeversicherung mit Jahresbeitrag 1.200 €, davon 800 € auf Feuerrisiko entfallend:

  • Feuerschutzsteuer: 800 € × 11 % = 88 €
  • Versicherungsteuer auf die restlichen 400 €: 400 € × 19 % = 76 €
  • Gesamtsteuer: 164 €

In der Praxis weist kein Versicherer die Aufteilung separat aus — der Versicherungsnehmer zahlt die Gesamtprämie inklusive aller Steuern.

Was ist eine "Feuerversicherung"?

Feuerschutztechnisch relevant sind:

  • Wohngebäudeversicherungen (soweit Brandschutz enthalten)
  • Hausratversicherungen (Feueranteil)
  • Industriefeuerversicherungen
  • Betriebsunterbrechungsversicherungen (Feuerrisiko)

Reine Haftpflicht- oder Kfz-Versicherungen ohne Feuerkomponente fallen nicht unter die Feuerschutzsteuer, sondern nur unter die allgemeine Versicherungsteuer (19 %).

War die Feuerschutzsteuer zweckgebunden?

Die Feuerschutzsteuer hat eine ungewöhnliche Geschichte: Ursprünglich war ihr Aufkommen zweckgebunden für die Finanzierung der Feuerwehren und des Brandschutzes. Diese Zweckbindung wurde in den meisten Bundesländern im Laufe der Jahre aufgehoben — das Geld fließt heute in den allgemeinen Landeshaushalt.

Einzelne Bundesländer haben jedoch weiterhin spezifische Regelungen, nach denen ein Teil des Aufkommens für Brandschutzmaßnahmen reserviert ist.

Wie unterscheidet sich die Feuerschutzsteuer von der Versicherungsteuer?

FeuerschutzsteuerVersicherungsteuer
Steuersatz11 %19 %
EmpfängerLänderBund
BesteuerungsobjektFeuerversicherungsbeiträgeübrige Versicherungsbeiträge

Beide Steuern werden vom Versicherer abgeführt. Enthält eine Police Feuerrisiko und andere Risiken, gilt die Aufteilung nach dem Prämienanteil.

Geschichte

Die Feuerschutzsteuer wurde erstmals in der Weimarer Republik eingeführt und nach dem Zweiten Weltkrieg als Ländersteuer fortgeführt. Ihr historischer Ursprung liegt im 18./19. Jahrhundert, als kommunale Pflichtversicherungen für Brandschäden die ersten modernen Versicherungsformen in Deutschland bildeten — und die Einnahmen direkt zur Unterhaltung der Löschinfrastruktur eingesetzt wurden.

❓Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Feuerschutzsteuer von der Versicherungsteuer?▾

Die Feuerschutzsteuer (11 %, Länder) betrifft nur den Feueranteil einer Versicherungsprämie, die allgemeine Versicherungsteuer (19 %, Bund) alle übrigen Risiken. Enthält eine Police beides, wird nach Prämienanteil aufgeteilt.

Ist das Aufkommen für den Brandschutz zweckgebunden?▾

Historisch ja, heute in den meisten Bundesländern nicht mehr. Ursprünglich sollte die Steuer direkt Feuerwehren finanzieren; die Zweckbindung wurde inzwischen weitgehend aufgehoben, das Geld fließt in den allgemeinen Landeshaushalt.

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