Die Spielbankabgabe in Deutschland
Die Spielbankabgabe ist eine landesrechtliche Abgabe auf den Bruttospielertrag (BSE) von staatlich konzessionierten Spielbanken (Casinos). Sie ist keine Bundessteuer, sondern wird in jedem Bundesland separat geregelt — mit erheblichen Unterschieden in der Höhe. Im Gegenzug für die hohen Abgaben genießen Spielbanken Vorteile: Sie sind von der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer befreit.
Steuersätze nach Bundesland (Auswahl)
Die Spielbankabgabe ist progressiv oder gestaffelt — je mehr die Spielbank einnimmt, desto höher der Satz:
| Bundesland | Steuersatz (BSE) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bayern | 80 % | sehr hoch, kaum Spielraum |
| Baden-Württemberg | 65–70 % | progressiv |
| Nordrhein-Westfalen | 70 % | einheitlich |
| Hamburg | 60 % | + Sonderabgaben |
| Berlin | 70 % |
Der Bruttospielertrag (BSE) = Spieleinsätze aller Spieler minus aller ausgezahlten Gewinne. Bei einem BSE von 10 Mio. € zahlt eine bayerische Spielbank also bis zu 8 Mio. € Spielbankabgabe.
Abgrenzung zur Vergnügungsteuer
| Spielbankabgabe | Vergnügungsteuer | |
|---|---|---|
| Gilt für | staatl. konzessionierte Casinos | Spielhallen, Gaststätten |
| Erhoben von | Länder | Gemeinden |
| Befreiung von | Gewerbesteuer, USt | keine Befreiungen |
| Steuersatz | 60–80 % des BSE | 15–25 % des BSE |
Spielhallen (mit Geldautomaten) unterliegen der kommunalen Vergnügungsteuer. Echte Casinos mit staatlicher Konzession zahlen dagegen die Spielbankabgabe — und erhalten dafür eine Art Monopolschutz.
Troncabgabe
Viele Spielbanken erheben zusätzlich eine Troncabgabe: Die Croupiers und Dealer bekommen vom Spielbankbetreiber kein normales Gehalt, sondern Anteile aus dem "Tronc" — einem Sammeltopf der Spielertrinkgelder. Auf diesen Tronc zahlt der Betreiber Lohnsteuer und Sozialabgaben. Diese Regelung ist steuerrechtlich komplex und bundeslandspezifisch unterschiedlich gehandhabt.
Spielbankkonzessionen in Deutschland
Deutschland hat rund 50 staatlich zugelassene Spielbanken (Stand 2025), verteilt auf alle Flächenländer. Stadtstaaten haben eigene Regelungen. Die Anzahl ist rückläufig — einige Spielbanken wurden in den letzten Jahren geschlossen, da Online-Casinos zunehmend Konkurrenz machen.
Geschichte
Die ersten deutschen Spielbanken entstanden im 19. Jahrhundert in mondänen Kurorten wie Baden-Baden und Bad Homburg (die Spielbank Bad Homburg eröffnete 1841). Spielbanken galten lange als moralisch bedenklich und wurden in vielen Phasen der deutschen Geschichte verboten oder stark eingeschränkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie als Tourismusattraktionen und Staatseinnahmen wieder zugelassen — mit hohen Abgaben als gesellschaftliche Rechtfertigung.