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Örtliche Abgabe / Landesabgabe

Spielbankabgabe: Wie Casinos den Staat mitfinanzieren

Stand: 23. August 2026

Die Spielbankabgabe in Deutschland

Die Spielbankabgabe ist eine landesrechtliche Abgabe auf den Bruttospielertrag (BSE) von staatlich konzessionierten Spielbanken (Casinos). Sie ist keine Bundessteuer, sondern wird in jedem Bundesland separat geregelt — mit erheblichen Unterschieden in der Höhe. Im Gegenzug für die hohen Abgaben genießen Spielbanken Vorteile: Sie sind von der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer befreit.

Wie hoch ist die Spielbankabgabe je Bundesland?

Die Spielbankabgabe ist progressiv oder gestaffelt — je mehr die Spielbank einnimmt, desto höher der Satz:

BundeslandSteuersatz (BSE)Besonderheit
Bayern80 %sehr hoch, kaum Spielraum
Baden-Württemberg65–70 %progressiv
Nordrhein-Westfalen70 %einheitlich
Hamburg60 %+ Sonderabgaben
Berlin70 %

Der Bruttospielertrag (BSE) = Spieleinsätze aller Spieler minus aller ausgezahlten Gewinne. Bei einem BSE von 10 Mio. € zahlt eine bayerische Spielbank also bis zu 8 Mio. € Spielbankabgabe.

Wie unterscheidet sich die Spielbankabgabe von der Vergnügungsteuer?

SpielbankabgabeVergnügungsteuer
Gilt fürstaatl. konzessionierte CasinosSpielhallen, Gaststätten
Erhoben vonLänderGemeinden
Befreiung vonGewerbesteuer, UStkeine Befreiungen
Steuersatz60–80 % des BSE15–25 % des BSE

Spielhallen (mit Geldautomaten) unterliegen der kommunalen Vergnügungsteuer. Echte Casinos mit staatlicher Konzession zahlen dagegen die Spielbankabgabe — und erhalten dafür eine Art Monopolschutz.

Was ist die Troncabgabe?

Viele Spielbanken erheben zusätzlich eine Troncabgabe: Die Croupiers und Dealer bekommen vom Spielbankbetreiber kein normales Gehalt, sondern Anteile aus dem "Tronc" — einem Sammeltopf der Spielertrinkgelder. Auf diesen Tronc zahlt der Betreiber Lohnsteuer und Sozialabgaben. Diese Regelung ist steuerrechtlich komplex und bundeslandspezifisch unterschiedlich gehandhabt.

Wie viele Spielbankkonzessionen gibt es in Deutschland?

Deutschland hat rund 50 staatlich zugelassene Spielbanken (Stand 2025), verteilt auf alle Flächenländer. Stadtstaaten haben eigene Regelungen. Die Anzahl ist rückläufig — einige Spielbanken wurden in den letzten Jahren geschlossen, da Online-Casinos zunehmend Konkurrenz machen.

Geschichte

Die ersten deutschen Spielbanken entstanden im 19. Jahrhundert in mondänen Kurorten wie Baden-Baden und Bad Homburg (die Spielbank Bad Homburg eröffnete 1841). Spielbanken galten lange als moralisch bedenklich und wurden in vielen Phasen der deutschen Geschichte verboten oder stark eingeschränkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie als Tourismusattraktionen und Staatseinnahmen wieder zugelassen — mit hohen Abgaben als gesellschaftliche Rechtfertigung.

❓Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Spielbankabgabe von der Vergnügungsteuer?▾

Die Spielbankabgabe gilt nur für staatlich konzessionierte Casinos und wird von den Ländern erhoben (60–80 % des Bruttospielertrags). Die kommunale Vergnügungsteuer betrifft dagegen Spielautomaten in Spielhallen und Gaststätten und liegt deutlich niedriger (15–25 %).

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