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Quellensteuer / Ertragsteuer

Abzugsteuern bei beschränkt Steuerpflichtigen (§ 50a EStG)

Stand: 23. August 2026

Abzugsteuern bei beschränkt Steuerpflichtigen

Wer in Deutschland wohnt und arbeitet, ist unbeschränkt steuerpflichtig — er zahlt Einkommensteuer auf sein gesamtes weltweites Einkommen. Anders ausländische Personen ohne Wohnsitz in Deutschland: Sie sind beschränkt steuerpflichtig — nur auf Einkünfte aus deutschen Quellen.

Für bestimmte Einkünfte beschränkt Steuerpflichtiger sieht § 50a EStG einen obligatorischen Quellensteuerabzug vor — d.h., der deutsche Auftraggeber oder Schuldner muss die Steuer einbehalten und direkt ans Finanzamt abführen.

Welche Einkünfte sind betroffen?

EinkunftsartSteuersatz (§ 50a EStG)
Künstlerische, sportliche, artistische Leistungen15 %
Vortragende, Wissenschaftler, Journalisten15 %
Lizenzen und Überlassungen von Rechten15 %
Aufsichtsratsvergütungen30 %
Bestimmte Zinsen und Dividendenvariabel

Wie wird ein Auslandskünstler besteuert?

Ein US-amerikanischer Musiker tritt in Frankfurt auf. Der Konzertveranstalter zahlt 50.000 € Gage. Der Veranstalter muss:

  1. 15 % = 7.500 € Quellensteuer einbehalten
  2. Die 7.500 € bis zum 10. des Folgemonats ans Betriebsstättenfinanzamt abführen
  3. Dem Künstler eine Bescheinigung über den Steuerabzug ausstellen

Der Musiker erhält netto: 42.500 €.

Wie wirken Doppelbesteuerungsabkommen bei der Abzugsteuer?

Deutschland hat mit über 90 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen. Diese können:

  • Den Quellensteuersatz reduzieren (z.B. auf 5 % oder 0 %)
  • Die Quellenbesteuerung ganz ausschließen

In diesem Fall kann der ausländische Leistungserbringer beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) einen Freistellungsantrag stellen — dann entfällt der Quellensteuerabzug ganz.

Wie bekomme ich zu viel gezahlte Abzugsteuer erstattet?

Hat die Quellensteuer Abgeltungswirkung (§ 50 Abs. 2 EStG), entfällt jede weitere Steuerpflicht. Hat der beschränkt Steuerpflichtige zu viel Quellensteuer gezahlt (z.B. weil ein DBA Anwendung findet), kann er eine Erstattung beim BZSt beantragen.

Wie unterscheidet sich die Abzugsteuer von der Lohnsteuer?

Bei ausländischen Arbeitnehmern, die vorübergehend in Deutschland tätig sind, greift in der Regel die Lohnsteuer (§ 49 EStG). § 50a EStG betrifft primär selbstständige Leistungserbringer ohne deutsche Betriebsstätte.

Warum ist die Abzugsteuer für Unternehmen relevant?

Für deutsche Unternehmen mit internationalen Kooperationen ist § 50a ein häufiger Stolperstein: Werden ausländische Berater, Softwarelizenzen oder Künstler bezahlt, ohne die Quellensteuer einzubehalten, haftet das Unternehmen für die nicht abgeführte Steuer — mit Nachzahlungen und Zinsen.

❓Häufige Fragen

Was sind Abzugsteuern bei beschränkt Steuerpflichtigen?▾

Nach § 50a EStG müssen deutsche Auftraggeber bei bestimmten Zahlungen an im Ausland ansässige Personen — etwa Künstler, Sportler, Lizenzgeber oder Aufsichtsräte — Quellensteuer einbehalten und direkt ans Finanzamt abführen, bevor der Rest ausgezahlt wird.

Wie hoch ist der Steuersatz nach § 50a EStG?▾

In der Regel 15 % auf künstlerische, sportliche und lizenzrechtliche Vergütungen, 30 % auf Aufsichtsratsvergütungen. Doppelbesteuerungsabkommen können den Satz auf 5 % oder 0 % senken.

Kann der Steuerabzug entfallen?▾

Ja, über eine Freistellungsbescheinigung des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt), wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen die Quellenbesteuerung ausschließt oder reduziert. Wurde zu viel einbehalten, ist eine Erstattung beim BZSt möglich.

Wer haftet, wenn der Abzug unterbleibt?▾

Der deutsche Auftraggeber. Zahlt er ausländische Berater, Lizenzgeber oder Künstler ohne Quellensteuerabzug, haftet er für die nicht abgeführte Steuer inklusive Nachzahlung und Zinsen.

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